Montag, 2. Dezember 2019

(Un)glückliches Unentschieden gegen Untergrombach

Am dritten Spieltag der Verbandsrunde verschlug es uns nach Untergrombach. Ich persönlich spiele immer gerne in Untergrombach, da ich das Spiellokal und die Leute sehr angenehm finde. Darüber hinaus war es schon zu meinen Jugendzeiten oftmals ein sehr gutes Pflaster für die Bruchsaler Mannschaften ;).
Dementsprechend waren wir auch am Sonntag hochmotiviert, den zweiten Saisonsieg zu holen. Allerdings begann der Wettkampf gleich mit einem Dämpfer, als einer unserer etatmäßige Leistungsträger einen etwas zu ausgiebigen Schönheitsschlaf genoss, welcher es ihm unmöglich machte, am Brett zu erscheinen.
Trotz der Tatsache, dass wir schon zu Beginn in Rückstand lagen, rechneten wir uns durchaus Chancen auf den Mannschaftssieg aus, da die gegnerische Mannschaft nur noch sehr wenig Gemeinsamkeiten mit der „Übermannschaft“ vom zweiten Spieltag hatte.
Den schnellen Ausgleich erzielte Joscha, der wieder einen seiner genialen Tage erwischte. Er widerlegte mustergültig die zweifelhafte Spielweise des Gegners, indem er mit einem typischen Motiv den König des Gegners in die Brettmitte zerrte. Anschließend koordinierte er perfekt seine Figuren und gewann Material und die Partie. Für den Gegner muss es eine Déjà-Vu gewesen sein, verlor er doch letzte Saison nach ähnlichem Verlauf gegen die diesmal nicht anwesende SchlafmützeJ.
Den nächsten halben Punkt holte Sven, welcher in ein Duell mit seinem ehemaligen Lehrer verwickelt war. Da die Vorzeichen schon nicht besonders gut waren (Zitat: „Gegen den stehe ich immer sch****!“) kam es wie es kommen musste. Der Lehrer erwies sich zu Beginn der Partie als übermächtig und erreichte eine sehr gute Stellung. Allerdings steckte der ehemalige Schüler nie auf und verteidigte sich sehr geschickt, sodass der Lehrer sich in, laut Engine, klarer Gewinnstellung gezwungen sah, die Punkte zu teilen.
Als nächstes folgte ein kleiner Dämpfer, als Jenni gegen ihren sehr jungen Gegner die Waffen strecken musste. Sie hatte versucht den Gegner mit einem Bauernopfer unter Druck zu setzen. Allerdings ging dieser Plan nicht ganz auf, da der Gegner den Mehrbauern behalten konnte und mit seinen aktiven Figuren Druck machte. Nachdem er dann noch eine sehr schöne Taktik fand, stand der Sieg für Untergrombach fest.
Für den erneuten Ausgleich sorgte Tim, welcher diese Saison phänomenal spielt und der Topscorer der Liga !!! ist. Zu Beginn sah es nicht unbedingt nach dem dritten Sieg in Folge aus, da sein Gegner sich deutlich aktiver aufgestellt hatte. Allerdings wendete sich das Blatt, als der besagte Gegner überraschenderweise beschloss, all seine aktiven Figuren abzutauschen. Hierdurch gelang es Tim langsam aber stetig seine Stellung zu konsolidieren und zum Gegenangriff überzugehen. Dieser war am Ende auch erfolgreich und somit stand es wieder Unentschieden.
Als nächstes beendete der Berichterstatter seine Partie, da er, wie letzte Saison gegen den gleichen Gegner, nicht über ein Remis hinauskam. Die Tatsache, wie wichtig regelmäßiges Taktiktraining ist, wurde ihm schmerzlich vor Augen geführt als er den Gegner ausgangs der Eröffnung komplett an die Wand spielte, aber das gewinnbringende Turmopfer zu spät entdeckte. Somit war die Hoffnung auf den Schönheitspreis dahin und der Gegner zeigte auf einmal, dass er ebenfalls ansprechendes Schach spielen kann. Glücklicherweise stellte er seine Figuren in Zeitnot auf äußerst ungünstige Felder, wodurch er sich gezwungen sah mit Mehrbauern eine Zugwiederholung zu spielen, um nicht zu verlieren.
Janosch hatte es mit einem sehr passiv agierendem Jungendspieler zu tun, welcher keine ernsthaften Ambitionen zeigte die Partie zu gewinnen und es vorzog, die Stellung als Weißer komplett zuzuschieben. Somit musste sich unser bisheriger „Mister 100 Prozent“ in das Remis fügen.
Zum Schluss spielte noch Matthias, welcher in dieser Saison merklich an Routine gewonnen hat. Trotz seiner etwas ambitionslosen Spiels zu Beginn, kam er niemals ernsthaft in Verlustgefahr und machte ein sicheres Remis.

Der aufmerksame Leser wird sich vielleicht fragen, wie das Ergebnis zugleich glücklich und unglücklich sein kann.
Glücklich ist das Resultat, weil wir zu keinem Zeitpunkt wirklich in der Nähe eines Sieges waren und bei etwas abgezockteren Gegner verloren hätten.
Unglücklich ist das Resultat, weil wir mit unserem etatmäßigem Leistungsträger, welcher diesen Spieltag leider abkömmlich war, mit Sicherheit den zweiten Saisonsieg gefeiert hätten.

Trotzdem stehen wir in der Tabelle nach wie vor sehr gut da. Allerdings müssen wir im kommenden Jahr im Heimspiel gegen Karlsdorf eine Siegesserie starten, wenn wir das Liga Orakel (Aufstiegswahrscheinlichkeit 5,8 Prozent ???) eines Besseren belehren wollen.
(Bericht von Tim G.)

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