Dementsprechend waren wir auch am Sonntag hochmotiviert, den zweiten
Saisonsieg zu holen. Allerdings begann der Wettkampf gleich mit einem Dämpfer,
als einer unserer etatmäßige Leistungsträger einen etwas zu ausgiebigen
Schönheitsschlaf genoss, welcher es ihm unmöglich machte, am Brett zu
erscheinen.
Trotz der Tatsache, dass wir schon zu Beginn in Rückstand lagen,
rechneten wir uns durchaus Chancen auf den Mannschaftssieg aus, da die
gegnerische Mannschaft nur noch sehr wenig Gemeinsamkeiten mit der
„Übermannschaft“ vom zweiten Spieltag hatte.
Den schnellen Ausgleich erzielte Joscha, der wieder einen seiner
genialen Tage erwischte. Er widerlegte mustergültig die zweifelhafte Spielweise
des Gegners, indem er mit einem typischen Motiv den König des Gegners in die
Brettmitte zerrte. Anschließend koordinierte er perfekt seine Figuren und
gewann Material und die Partie. Für den Gegner muss es eine Déjà-Vu gewesen sein,
verlor er doch letzte Saison nach ähnlichem Verlauf gegen die diesmal nicht
anwesende SchlafmützeJ.
Den nächsten halben Punkt holte Sven, welcher in ein Duell mit
seinem ehemaligen Lehrer verwickelt war. Da die Vorzeichen schon nicht
besonders gut waren (Zitat: „Gegen den stehe ich immer sch****!“) kam es wie es
kommen musste. Der Lehrer erwies sich zu Beginn der Partie als übermächtig und
erreichte eine sehr gute Stellung. Allerdings steckte der ehemalige Schüler nie
auf und verteidigte sich sehr geschickt, sodass der Lehrer sich in, laut
Engine, klarer Gewinnstellung gezwungen sah, die Punkte zu teilen.
Als nächstes folgte ein kleiner Dämpfer, als Jenni gegen ihren
sehr jungen Gegner die Waffen strecken musste. Sie hatte versucht den Gegner
mit einem Bauernopfer unter Druck zu setzen. Allerdings ging dieser Plan nicht
ganz auf, da der Gegner den Mehrbauern behalten konnte und mit seinen aktiven
Figuren Druck machte. Nachdem er dann noch eine sehr schöne Taktik fand, stand
der Sieg für Untergrombach fest.
Für den erneuten Ausgleich sorgte Tim, welcher diese Saison
phänomenal spielt und der Topscorer der Liga !!! ist. Zu Beginn sah es nicht
unbedingt nach dem dritten Sieg in Folge aus, da sein Gegner sich deutlich aktiver
aufgestellt hatte. Allerdings wendete sich das Blatt, als der besagte Gegner überraschenderweise
beschloss, all seine aktiven Figuren abzutauschen. Hierdurch gelang es Tim
langsam aber stetig seine Stellung zu konsolidieren und zum Gegenangriff
überzugehen. Dieser war am Ende auch erfolgreich und somit stand es wieder
Unentschieden.
Als nächstes beendete der Berichterstatter seine Partie, da er, wie
letzte Saison gegen den gleichen Gegner, nicht über ein Remis hinauskam. Die
Tatsache, wie wichtig regelmäßiges Taktiktraining ist, wurde ihm schmerzlich
vor Augen geführt als er den Gegner ausgangs der Eröffnung komplett an die Wand
spielte, aber das gewinnbringende Turmopfer zu spät entdeckte. Somit war die
Hoffnung auf den Schönheitspreis dahin und der Gegner zeigte auf einmal, dass
er ebenfalls ansprechendes Schach spielen kann. Glücklicherweise stellte er
seine Figuren in Zeitnot auf äußerst ungünstige Felder, wodurch er sich
gezwungen sah mit Mehrbauern eine Zugwiederholung zu spielen, um nicht zu
verlieren.
Janosch
hatte es mit einem sehr passiv agierendem Jungendspieler zu tun, welcher keine
ernsthaften Ambitionen zeigte die Partie zu gewinnen und es vorzog, die
Stellung als Weißer komplett zuzuschieben. Somit musste sich unser bisheriger
„Mister 100 Prozent“ in das Remis fügen.
Zum Schluss spielte noch Matthias, welcher in dieser Saison merklich
an Routine gewonnen hat. Trotz seiner etwas ambitionslosen Spiels zu Beginn,
kam er niemals ernsthaft in Verlustgefahr und machte ein sicheres Remis.
Der aufmerksame Leser wird sich vielleicht fragen, wie das Ergebnis
zugleich glücklich und unglücklich sein kann.
Glücklich ist das Resultat, weil wir zu keinem Zeitpunkt wirklich in der
Nähe eines Sieges waren und bei etwas abgezockteren Gegner verloren hätten.
Unglücklich ist das Resultat, weil wir mit unserem etatmäßigem
Leistungsträger, welcher diesen Spieltag leider abkömmlich war, mit Sicherheit
den zweiten Saisonsieg gefeiert hätten.
Trotzdem stehen wir in der Tabelle nach wie vor sehr gut da. Allerdings
müssen wir im kommenden Jahr im Heimspiel gegen Karlsdorf eine Siegesserie
starten, wenn wir das Liga Orakel
(Aufstiegswahrscheinlichkeit 5,8 Prozent ???) eines Besseren belehren wollen.
(Bericht von Tim G.)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen