Sonntag, 16. Februar 2020

Bruchsal - Forst 4,5 zu 3,5 „Wenn es mal läuft, dann läufts eben“


Dieses Mal kommt der Bericht nicht wie sonst von Lukas, sondern von mir (Tim G.). Der Grund ist, dass ich diesen Spieltag der Erste war, der seine Partie beendete und dadurch genug Zeit hatte, die laufenden Partien zu begutachten. Es ist zwar nicht so, dass ich ansonsten nicht die anderen Partien anschauen würde, aber wenn man schon um 12 Uhr seine Partie beendet hat (ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so früh fertig war), hat man doch etwas mehr Zeit.

An diesem Spieltag ging es für uns gegen die zweite Mannschaft von Forst, welche diese Saison sehr ausgeglichen besetzt ist und eine sehr ansprechende Runde spielt. Schon am letzten Spieltag gegen Eggenstein-Leopoldshafen haben wir zu spüren bekommen, dass es keine leichten Gegner gibt und waren entsprechend gewarnt. Zu meiner eigenen Partie lässt sich sagen, dass sie keineswegs als Werbung für unseren schönen Sport dienen kann. So habe ich den gleichen Gegner zwar letzte Jahr einfach überrannt und hatte dieses Mal ähnliche Ambitionen, aber es kam natürlich völlig anders. So sah ich mich mit einer Variante konfrontiert, welche mir schon so manches Kopfzerbrechen bereit hat. Allerdings hatte ich mich bis jetzt erfolgreich davor gedrückt mir diese etwas genauer anzuschauen. Dementsprechend manövrierte ich mich schnell in eine sehr unangenehme Stellung, in welcher mein überaus ambitionsloser Gegner völlig unverständlicherweise eine Zugwiederholung spielte. Nun aber zu den erfreulichen Dinge am heutigen Tag. Jan spielte dieses Mal wieder am achten Brett und profitierte von einem Versehen und/oder misslungener Vorbereitung seines Gegners. Dadurch gelang es ihm in der Eröffnung eine Figur zu erbeuten. Den Vorteil gab er dann auch nicht mehr aus der Hand und fuhr souverän den ersten vollen Punkt ein. Dieser Sieg blieb für längere Zeit das einzige Resultat, da es den Förstern, trotz ihrer nominellen Unterlegenheit, sehr gut gelang, unser Team im Schach zu halten. (der Wortwitz ist mit ist erst beim Schreiben aufgefallen :D) Lange Zeit sah es aus, als ob es der zweiten Mannschaft von Forst gelingen könnte einen Punkt zu entführen, da Joscha, Sven und Matthias stark unter Druck waren, während Janosch und Lukas ihre Gegner an die Wand spielten. Bei Jenni war die Partie noch sehr ausgeglichen. Dementsprechend war das Remisangebot ihres Gegners nachvollziehbar. Allerdings entschloss sich Jenni das Angebot abzulehnen, um die Chancen auf den Mannschaftssieg noch am Leben zu erhalten. Leider musste Joscha seine Partie kurze Zeit später aufgeben, als der Gegner seinen gefesselten Springer mit seinen Schwerfiguren belagerte und schließlich auch eroberte. So wurde es leider nichts mit dem vierten Sieg in Folge, aber man kann ja auch nicht immer so „zauberhaft“ spielen wie gegen Untergrombach (3. Runde) und Eggenstein (5. Runde), als er seine Gegner sehenswert überspielte. Folgt man den Schema, dann dürfen wir uns in der 7. Runde auf eine weitere Glanzleistung freuen. Als nächstes musste Sven seinem Gegner die Hand reichen. Er spielte die ganze Partie über sehr konsequent auf Angriff, was beim Gegner einige Sorgenfalten hervorrief. Schlussendlich gelang es diesem doch den Angriff von Sven abzuwehren und in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Trotzdem war die Spielweise von Sven sehr ansehnlich und wird bestimmt beim nächsten Mal von Erfolg gekrönt sein. Nun schlug die große Stunde von Matthias, welcher die Eröffnung wie immer anging (kein Kommentar an dieser Stelle 😉) und alsbald einen Bauern verlor. Allerdings ließ er sich davon keineswegs entmutigen und spielten weiter munter mit. Kurz vor der Zeitkontrolle wurde sein Gegner im Angesicht des sicheren Sieges unaufmerksam und ließ Matthias Dame zu viel Freiräume. Dieser nutzte die sich bietenden Möglichkeit, um sich mit einem Dauerschach ins Remis zu retten. Wieder einmal eine großartige Leistung in seinem ersten Jahr in der ersten Mannschaft!!!
Nun blieb es an Jenni, Lukas und Janosch den Sieg nach Hause zu fahren. Janosch profitierte von der sehr langsamen und passiven Spielweise seines Gegners und drängte diesen komplett in die eigene Hälfte zurück. Tatsächlich war sein Gegner so paralysiert, dass nur ein Springer und im Turmendspiel ein Turm die Mittellinie überquerten. Diesen Umstand wusste Janosch gekonnt auszunutzen, indem er zwei Bauern eroberte und das Turmendspiel ganz souverän zum Sieg führte. Lukas spielte wieder einmal seine neue Lieblingseröffnung und kam sehr gut aus der Eröffnung. Unglücklicherweise verlor er an einer Stelle den Faden und ließ seinen Gegner in das Spiel zurückkommen. Allerdings revanchierte sich dieser kurze Zeit später wieder und so konnte Lukas in ein Leichtfigurenendspiel mit Mehrbauern abwickeln. An dieser Stelle möchte ich hier auch nochmal die feine Endspieltechnik hervorheben (Awerbach lässt grüßen :D), welche heute den Unterschied zwischen den beiden Spielern ausmachte. Am Schluss spielte nur noch Jenni, welche zuvor mannschaftsdienlich das Remisangebot ihres Gegners abgelehnt hatte. In Anbetracht das Zwischenstandes konnte sie nun aber das Remis annehmen und damit den Mannschaftssieg sicherstellen.
Die Sieggaranten waren heute wohl einmal mehr Janosch und Lukas, welche diese Saison einfach nicht zu stoppen sind. Allerdings möchte ich besonders noch die Leistungen von Jenni und Matthias hervorheben, welche mit zwei ganz wichtigen halben Punkten diesen engen Mannschaftskampf entscheidend beeinflusst haben.

Mit dieser grandiosen Mannschaftsleistung haben wir uns das Topspiel in drei Wochen gegen Durlach redlich verdient und mit einer ähnlich geschlossenen Mannschaftsleistung brauchen wir uns vor diesen auch keineswegs zu verstecken. <Bericht von Tim. G>

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