Sonntag, 8. März 2020

Ein harter Kampf im Spitzenspiel…. Durlach 4,5 – Bruchsal 3,5

Am heutigen Sonntag, dem 08.03.2020, trafen wir auf die erste Mannschaft des Schachclub Durlach. Da wir vor dem Spieltag auf dem dritten Tabellenplatz waren und die Durlacher einen Platz vor uns rangierten, war es offensichtlich, dass es sich um ein Spitzenspiel handelt, in welchem nur der Sieger weiterhin realistische Chancen auf den Aufstieg haben wird.
So begannen wir mit etwa einer Viertelstunde Verspätung und erlebten alsbald kuriose Dinge am letzten Brett. Hier war diesmal wieder Jan eingesprungen, welcher seinen Gegner so früh unter Druck setzte, dass dieser sich genötigt sah fast eine halbe Stunde Zeit für den 3. und 4. Zug zu investieren. Dementsprechend ist es auch kaum verwunderlich, dass Jan alsbald nicht nur einen deutlichen Zeitvorteil hatte, sondern auch deutlich aktivere Figuren vorweisen konnte. Infolgedessen gewann Jan eine sehr sehenswerte Partie, welche er bestimmt im nächsten Training vorzeigen wird.
Am vierten Brett bekam Lukas wieder seine innig geliebte Eröffnung aufs Brett, in welcher es ihm gelang seine Figuren auf aktive Felder zu stellen. Zudem war der Gegner als großer „Zeitnotjunkie“ bekannt, sodass wir uns hier durchaus etwas ausrechneten. Und tatsächlich sah es auch so aus, als ob sich die Hoffnung erfüllen sollte. Allerdings spielte Lukas den zweiten Zug vor dem ersten Zug und so fuhr er keinen glorreichen Sieg ein, sondern musste seinem Gegner die Hand reichen (wobei dies in Anbetracht der aktuellen Situation nur im übertragenen Sinne gemeint ist :D).
Als nächstes musste Tim seinen König umlegen (ja, so müssen wir das aktuell tatsächlich machen), nachdem er in dieser Saison bisher eine makellose Bilanz hatte. Hierbei muss aber auch bedacht werden, dass der Gegner mit fast 1900 DWZ schon echt gut ist und deutlich mehr Erfahrung vorzuweisen hat. Trotzdem fand ich es sehr schön, dass Tim noch alles versucht hat seinen Gegner zu einem Fehler zu verleiten und diesen mutig angriff. Schlussendlich war der Gegner aber leider am heutigen Tag etwas besser.
Leider wurde die Situation für uns nicht besser als Joscha in der Eröffnung eine Figur verlor. Wie die nachträgliche Analyse mit der Engine zeigte, wäre der Figurenverlust bei korrekter Spielweise sogar zu verschmerzen gewesen. Allerdings entschied sich Joscha für eine andere Variante, welche sich trotzdem als sehr gefährlich für den Gegner herausstellte. Aufgrund dessen bekam Joscha noch mindestens eine Chance zur Punkteteilung, welcher er allerdings nicht ausnutzte.
Somit waren wir mit 3 – 1 in Rückstand, womit mindestens zwei Siege benötigt wurden.
Den ersten Sieg holte Matthias!, welcher gegen ein echtes Urgestein der badischen Schachszene antrat. Ich selbst habe gegen den besagten Gegner alle meine drei Partien verloren und auch Matthias hat keine positiven Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen mit diesem. Heute sollte sich dies allerdings ändern da Matthias seinem sehr erfahrenem Gegner keine Chance ließ und auch das verzweifelte Turmopfer des Gegners leicht abwehrte. Somit ist Matthias vielleicht der erste Bruchsaler, welcher Herrn Giacomelli bezwingen konnte. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, dass ich es sehr beeindruckend finde, mit welchem Enthusiasmus Herr Giacomelli bei der Sache ist und mit welcher Hingabe er seine fast schon legendären Zettel befüllt, welche außer ihm wohl niemals jemand verstehen wird 😉.
Tatsächlich gelang es uns durch meinen Sieg nochmal auszugleichen, was in Anbetracht des zwischenzeitlichem Zweipunkterückstand auf eine sehr gute Moral hindeutet. Trotz der Tatsache, dass ich (Tim G) von der Eröffnungswahl meines Gegners etwas überrascht wurde, stand ich nach der Eröffnung leicht besser. Allerdings habe ich dann ein bisschen den Faden verloren, was meinem Gegner interessante Möglichkeiten eröffnete. Mit knapper werdender Zeit bot er mir Remis an, welches ich aber natürlich ablehnte. Interessanterweise sollte dies der Wendepunkt in der Partei sein, da ich etwa 15 Züge später den Ausgleich erzielen konnte.
Nun spielten nur noch Janosch und Jenni, welches beide um das Remis kämpfen mussten. Leider eroberte Jennis Gegner nach etwa 6 Stunden eine Figur, womit der Sieg des Durlachers nicht mehr in Gefahr geriet. Somit blieb nur noch Janosch übrig, welchem es schlussendlich sogar noch gelang mit einem Springer gegen drei Bauern remis zu halten. 

Somit haben wir dieses Saison zum ersten Mal verloren und sind wohl nun nicht mehr dabei im Rennen um den Aufstieg in die Landesliga. Trotzdem haben wir auch heute erneut gezeigt, dass wir auch mit den Topteams der Liga mithalten können. Vielleicht hat uns am heutigen Tag auch nur das Glück verlassen, welches uns in den letzten beiden Mannschaftskämpfen hold war. Zudem waren die Gegner nominell (noch) etwas stärker und deutlich erfahrener als unsere junge Mannschaft. Dementsprechend können wir meiner Meinung nach trotz der Niederlage stolz sein auf die gezeigten Leistungen, da nicht viel gefehlt hat, etwas Zählbares aus Durlach mitzunehmen. Ich denke, dass Mannschaftskämpfe gegen solch starke und routinierte Gegner sehr wichtig sind, damit wir in Zukunft an diesen wachsen können.(Bericht von Tim G)

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