Vom 26.02. bis 01.03. fand das 31. Open Selestat statt. Zu dritt machten sich Lukas, Jan und ich auf die Reise, um im Elsass ein wenig französische Luft zu schnuppern. Nach Anreise am Vorabend des Turniers und Champions League-Schauen ging es also am Donnerstag um 9 Uhr los:
Runde 1
Mit nur 10 Minuten verzögertem Rundenbeginn konnte dieses Turnier schon einmal punkten. Ich habe selten solch einen schnellen Start erlebt.
Lukas hatte direkt in Runde 1 Chancen aufs Kerbholz. Gegen einen der Topgesetzten FMs spielte er groß auf und bekam sogar ein gewonnenes Turmendspiel aufs Brett – allerdings nahm er nicht den angebotenen Mehrbauern, sondern wählte einen anderen, guten Zug. Dadurch etwas verkompliziert gab Lukas´ Gegner alles, um das Endspiel remis zu halten, und schafft dies schlussendlich. Trotz dessen ein Superstart für Lukas in das Turnier.
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| Le Corre, B. – Hochscheidt, L. in Runde 1 |
Jan bekam in der ersten Runde einen von uns liebevoll „genialen Opi“ (mehr dazu im Laufe des Berichts) getauften Gegnerspieler und stellte leider früh eine Figur ein. Obwohl er diese etwas später zurückgewann, waren seine Figuren schlecht koordiniert, sodass er zur Aufgabe gezwungen war.
Ich hatte als einziger die Favoritenrolle und konnte schnell einen Bauern gewinnen. Als dann noch eine Leichtfigur fiel, gab mein Gegner auf.
Runde 2
Durch meinen Erstrundensieg musste ich diesmal gegen einen Spieler um die 2300 Elo spielen. In der Eröffnung stand ich etwas gedrückt, sodass ich ein Endspiel mit Turm+Springer mit etwas schlechterer Struktur halten musste. In der Zeitnotphase sah sich mein Gegner dann gezwungen, in
eine Variante mit Springer gegen 3 Bauern zu müssen. Leider übersah ich den Gewinn, sodass der Springer schnell genug war, meine Bauern aufzuhalten und man einigte sich auf Remis.
Lukas hatte erneut eine gute Stellung auf dem Brett, landete allerdings wieder in einem Turmendspiel. Auch diesmal verpasste Lukas leider den richtigen Zeitpunkt für die Verwertung und kam nicht über ein Remis hinaus.
Jan bekam einen 9(!) jährigen mit stolzen 1890 Elo als Gegner. Vor der Runde noch als Wunderkind vermutet, entpuppte sich Jans Gegner jedoch als etwas überbewertet, denn Jan gewann schnell eine Figur und dann die Partie.
Ich hatte als einziger die Favoritenrolle und konnte schnell einen Bauern gewinnen. Als dann noch eine Leichtfigur fiel, gab mein Gegner auf.
Runde 2
Durch meinen Erstrundensieg musste ich diesmal gegen einen Spieler um die 2300 Elo spielen. In der Eröffnung stand ich etwas gedrückt, sodass ich ein Endspiel mit Turm+Springer mit etwas schlechterer Struktur halten musste. In der Zeitnotphase sah sich mein Gegner dann gezwungen, in
eine Variante mit Springer gegen 3 Bauern zu müssen. Leider übersah ich den Gewinn, sodass der Springer schnell genug war, meine Bauern aufzuhalten und man einigte sich auf Remis.
Lukas hatte erneut eine gute Stellung auf dem Brett, landete allerdings wieder in einem Turmendspiel. Auch diesmal verpasste Lukas leider den richtigen Zeitpunkt für die Verwertung und kam nicht über ein Remis hinaus.
Jan bekam einen 9(!) jährigen mit stolzen 1890 Elo als Gegner. Vor der Runde noch als Wunderkind vermutet, entpuppte sich Jans Gegner jedoch als etwas überbewertet, denn Jan gewann schnell eine Figur und dann die Partie.
Runde 3
Bei Jan ereignete sich eine Kuriosität. Sein Gegner hatte sich an das falsche Brett gesetzt! Nach 45 Minuten, also deutlich nach Ablauf der Karenzzeit, kamen zwei Schiedsrichter zu Jan und erklärten ihm, dass sie die Partie trotzdem spielen lassen würden, mit 20 Minuten weniger für den Gegner (er war ja anscheinend rechtzeitig dagewesen, nur am falschen Brett). Also wurden die Uhren neu gestellt und Jan bekam statt eines spielfreien Punkts nun ein gewertetes Remis.
Lukas bekam eine ausgeglichene Stellung, doch nach den ersten beiden Runden war er so gebrandmarkt, dass er das Remis vermeiden wollte und die Stellung zu sehr überzog. Er musste sich leider geschlagen geben.
Ich hatte, so wie vorbereitet, Kalaschnikow auf dem Brett. Doch mein Gegner fand einen besseren Plan als ich, und als ich fälschlicherweise die Damen tauschte, musste ich einen Bauern opfern, um ein zwar ausgeglichenes, jedoch sehr schwer zu verteidigendes Endspiel zu erhalten. Zum Glück hatte mein Gegner meist nur noch das Inkrement von 30 Sekunden auf der Uhr, sodass er einen möglichen Gewinn ausließ und wir die Stellung dreimal wiederholten.
Runde 4
Lukas erledigte seine Pflichtaufgabe souverän und stand bereits aus der Eröffnung sehr gut. Ein taktischer Schlag gewann schnell die Partie.
Jan hatte einen nominell besseren Gegner, holte jedoch ein Remis und konnte sehr zufrieden sein.
Ich hatte mit Schwarz gegen eine Art Grand-Prix-Angriff, jedoch ohne das obligatorische f4 zu kämpfen. Aus der Eröffnung kam ich gut, jedoch verlor ich in einer gewonnenen Stellung den Faden und tauschte Figuren falsch vom Brett, sodass meine Bauernstruktur so schwach war, dass nach zwei Minusbauern im Turmendspiel Schluss für mich war.
Nun zum „genialen Opi“. Mit 2/3 war er gut gestartet und gewann auch Runde 4 kurios: er wandelte einen Bauern um, schaute sich pfeifend um und als gerade keine Dame in der Umgebung zu greifen war, schnappte er sich einfach einen Springer und spielte die Partie mit Mehrfigur weiter. Das Turnier beendete er übrigens mit 4/7 und mehreren solcher verrückten Partie-Leistungen.
Runde 5
Jan Keller hatte nun gegen eine komisch aussehende Caro-Kann Stellung zu kämpfen. Die Partie wurde sehr dynamisch, und als beide Spieler nur noch wenige Minuten auf der Uhr hatten, holte Jan zum finalen Schlag aus und setzte seine Gegner wunderschön Matt (Stellung ist aus dem Gedächtnis aufgebaut, aber das Motiv stimmt):
Jan Keller hatte nun gegen eine komisch aussehende Caro-Kann Stellung zu kämpfen. Die Partie wurde sehr dynamisch, und als beide Spieler nur noch wenige Minuten auf der Uhr hatten, holte Jan zum finalen Schlag aus und setzte seine Gegner wunderschön Matt (Stellung ist aus dem Gedächtnis aufgebaut, aber das Motiv stimmt):
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| Keller, J. - Pinelli, G. Partie endet nach Tg8+ Kh5 und Dh4# |
Bei Lukas kam – ihr ahnt es – ein Turmendspiel aufs Brett. Leider verpasste auch hier Lukas den Sieg und spielte Remis.
Ich konnte mich von der Niederlage der Vorrunde erholen und bekam das gleiche Gambit, das ich zuvor in Baden Baden hatte, aufs Brett. Diesmal kannte ich mich besser aus und konnte meinen Gegner besiegen.
Runde 6
Meine Partie ging ganze 13 Züge. Mein Gegner kannte die Variante nicht, verlor einen Turm und gab auf.
Jan musste gegen meinen Gegner aus Runde 3 spielen. Es kam ein geschlossener Sizilianer aufs Brett, in dem Jan das Nachsehen hatte und leider aufgeben musste.
Lukas schien den Trick mit den Turmendspielen gefunden zu haben. Mit zwischenzeitlich 3 Bauern weniger (vielleicht ist ja das der Trick?!) konnte er mit seinem verbliebenen a-Freibauern die Partie zu seinen Gunsten drehen.
Runde 7
Lukas beendet sein Turnier mit einem Remis, kam so auf Platz 2. der Ratingkategorie <1900 und erspielte eine starke Leistung von 2001 Elo.
Jan Keller hatte leider ein undankbares Los bekommen, sein Gegner spielte unermüdlich auf Gewinn und konnte die strukturellen Schwächen von Jan ausnutzen. Nichtsdestoweniger spielte auch Jan ein super starkes Turnier mit einer Leistung von knapp 100 Elo über seiner Zahl!
Ich konnte früh eine Qualität gewinnen und versuchte daher, die Damen zu tauschen, um das Endspiel zu gewinnen. Der Plan ging jedoch nur mit gegnerischer Mithilfe auf, denn der Damentausch hatte eigentlich den Gewinn wieder eingestellt. Doch auch mein Gegner übersah dies, ließ mich meine Figuren befreien und ich konnte mit 5/7 und dem Ratingspreis <2000 Elo das Turnier abschließen.
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| Schwarz, D. - Wegmer, L. | Stellung nach 15.De2 15… Sexf2 gewinnt die Qualität nach 16. Txf2, Sxf2 17. Dxf2 e4 |
Alles in Allem können wir drei sehr zufrieden mit unseren Turnieren sein. Wir haben Bruchsal gut vertreten, hatten eine schöne Zeit mit viel Fußballschauen an den Abenden und gehen alle mit DWZ bzw. Eloplus aus dem Turnier.



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